Ernährung und mentale Gesundheit
‚Nutritional Psychiatry‘ – eine aufstrebende Forschungsrichtung
Den Blick weiten
Die größte Überraschung für mich als Psychologin und Psychotherapeutin ist, dass ich in meinen Seminaren heute auch über Silent Inflammation, Darmgesundheit und Ernährung spreche.
Es erscheint mir wertvoll, junge Kolleg*innen bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit mit aktuellen Erkenntnissen der ‚Nutritional Psychiatry’ vertraut zu machen – einer aufstrebenden Forschungsrichtung, die sich mit dem Einfluss antientzündlicher und darmfreundlicher Ernährungsformen auf unsere seelische Gesundheit befasst.
Dabei werbe für einen interessiert-offenen Blick über den Tellerrand unserer Disziplin, denn ich bin überzeugt: Wir können uns dem Thema Gesundheit aus verschiedenen Richtungen nähern, adressieren aber immer das ‚Ganze‘.
'Hand in Hand' arbeiten
Ich möchte dazu beitragen, dass dieses Potential nicht ungenutzt bleibt und einen interdisziplinären Austausch fördern, der – einem innovativen biopsychosozialen Modell folgend – sämtliche Einflussfaktoren psychischer Gesundheit berücksichtigt.
Meine Wunschvorstellung ist, dass Psychotherapeut*innen gut validiertes Wissen darüber erlangen, wie die Darm-Hirn-Achse, das Mikrobiom und chronische Entzündungen die Vitalität, Energie und mentale Verfassung beeinflussen können und Mediziner*innen ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, wie mentale Stressoren, dysfunktionale Glaubenssätze und stresserzeugende Ängste auf körperliche Prozesse Einfluss nehmen können.
Ich finde es wundervoll, wenn wir uns gegenseitig inspirieren und ‚Hand in Hand’ arbeiten, mit dem Ziel, Körper und Geist in eine harmonische Balance zu führen, Gesundheit ganzheitlich zu stärken und bestmögliche Ergebnisse in der Prävention und Behandlung zu erzielen.
FOTO: © OLIVER SCHULZ / PEXELS.COM